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Enterale Ernährung

Wenn ein Patient nicht mehr aus eigener Kraft oder aufgrund anderer Probleme nicht mehr selbständig die Nahrung schlucken kann, wird in der Regel eine künstliche Ernährung verordnet. Dazu gehört auch die enterale Ernährung. Dies betrifft jedoch nicht nur Patienten im Krankenhaus, sondern auch Patienten, die zu Hause gepflegt werden. Im Folgenden informieren wir Sie über die genaue Definition dieser Ernährungsform und die Notwendigkeit ihrer Durchführung.

Der Begriff „enteral“ bedeutet „den Darm betreffend“. Da Ernährung im Allgemeinverständnis generell mit dem Darm assoziiert wird, klingt der Begriff „enterale Ernährung“ damit zunächst einmal eher verwirrend. Was also bedeutet der Begriff? Bei der künstlichen Ernährung über Infusionen (parenteral) werden die Nährstoffe direkt in den Blutkreislauf gebracht. Dabei wird der Magen-Darmtrakt umgangen. Bei der enteralen Ernährung dagegen wird der Magen-Darmtrakt zwar noch genutzt, aber die natürliche Benutzung des Mund-Rachenraums, also die orale Aufnahme der Nahrung, umgangen. Die Nahrung wird über Hilfsmittel direkt in den Magen-Darmtrakt geführt. Dies kann zum Beispiel mit Hilfe einer Magensonde geschehen, die durch die Nase (transnasal) oder durch den Mund (transoral) gelegt wird, aber auch über eine Sonde direkt durch die Bauchdecke (perkutan). Die eigentliche Zufuhr der Nahrung erfolgt dann beispielsweise über eine Spritze oder eine Nahrungspumpe. Auf diese Weise können die erforderlichen Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate, Eiweiße und Vitamine, aber auch Medikamente in optimaler Form zugeführt werden.

Die künstliche Ernährung erfolgt direkt in den Magen-Darmtrakt

Entscheidend bei der enteralen Ernährung ist, dass sie medizinisch erfolgt, weil der Patient nicht selbst essen kann, darf oder will. Auf die damit verbundenen ethischen und rechtlichen Probleme soll im Folgenden nicht weiter eingegangen werden. Eine Definition kann deshalb wie folgt lauten: “Unter enteraler Ernährung versteht man eine künstliche Ernährung über den Magen-Darm-Trakt, die mit medizinischen Hilfsmitteln erfolgt.“

Die Notwendigkeit einer solchen enteralen Ernährung wurde bereits angedeutet. Sie wird häufig bei Intensivpatienten angewendet, aber auch bei Patenten, die zu Hause gepflegt werden. Ursachen dafür, dass Patienten den Mund-Rachenraum nicht auf natürliche Weise verwenden können, sind zum Beispiel neurologische Erkrankungen, etwa ein Schlaganfall, oder eine Dysphagie.

Wenn Sie Fragen zur enteralen Ernährung eines Angehörigen haben, beraten wir in der Bärenapotheke Sie gerne weiter. Sofern Sie die Ernährung selbst durchführen müssen, etwa über eine Magensonde, beantworten wir Ihnen gerne auch entsprechende Fragen.