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Nierensteine

Eine Nierenkolik ist beileibe kein Zuckerschlecken. Doch was hat es damit genau auf sich, und wieso kann dabei auch Blut im Urin auftreten? Und was hat der Harnsäurespiegel damit zu tun? Die Bärenapotheke erklärt die Zusammenhänge.

Um die Zusammenhänge rund um eine Nierenkolik zu verstehen, ist es hilfreich, die Funktion der Nieren zu kennen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Filterorgane, die Flüssigkeit aus dem Körper ausleiten. Den größten Anteil hat dabei die durch die Ernährung zugeführte Flüssigkeit, d.h. also durch Trinken und Essen. Bei letzterem sind es wiederum die stark flüssigkeitshaltigen Nahrungsmittel, allen voran Obst und Gemüse wie Melonen und Gurken. Bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente tragen dazu bei, dass verstärkt Flüssigkeit aus dem Körper ausgeleitet wird. Hier seien stellvertretend Spargel und Diuretika genannt. In den Nieren werden die Flüssigkeiten gefiltert, über die Harnleiter in Harnblase geschickt und dort gesammelt, bis die Blase entleert wird.

Bei Blut im Urin oder einer Nierenkolik unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Der Harn enthält etliche Bestandteile wie Harnsäure, Kalziumoxalat und Magnesiumphosphat. Diese Stoffe können auskristallisieren. Solange diese Kristalle noch winzig klein sind werden sie meist mit dem Urin ausgeschieden. Sie können sich aber auch in den Nieren ablagern und dort weiter verklumpen, so dass sich größere Kristalle bilden. Gelangt dieser Nierengries in die Harnleiter und die Harnröhre, kann er aufgrund der scharfen Kanten der Minikristalle die empfindlichen Gefäße verletzen, so dass der Urin auch Blut enthält. Die Verletzungen und der scharfe Harn auf die Wunden führen zu den typischen brennenden Schmerzen insbesondere beim Wasserlassen. Dies ist bereits ein wichtiges Alarmsignal und sollte dringendst medizinisch abgeklärt werden.

Noch schlimmer und dramatischer ist es allerdings, wenn es nicht nur beim Gries bleibt, sondern wenn die Kristalle noch größer werden. Dann spricht man von Nierensteinen. Gelangt ein solcher Nierenstein in einen Harnleiter, kann dieser verstopfen, so dass es sogar zu einem Nierenstau kommt. Das bedeutet, dass der Harn nicht mehr aus den Nieren in die Blase abfließen kann und sich in den Nieren ansammelt. Hier besteht für den Patienten Lebensgefahr, so dass in den meisten Fällen sogar eine Not-OP durchgeführt werden muss. Typische Symptome für eine Nierenkolik sind plötzliche stechende Schmerzen, die sich krampfartig und wellenförmig im Unterbauch ausbreiten sowie zeitgleich Übelkeit und Erbrechen und möglicherweise auch Blut im Urin.

Um Nierensteine zu vermeiden, sollten Sie in jedem Fall erst einmal auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Weitere Faktoren, die Nierensteine begünstigen, sind erbliche Veranlagung, die Urinzusammensetzung, Nierenfehlbildungen, Stoffwechselerkrankungen, Ernährungsgewohnheiten und zu wenig Bewegung. Bei der Urinzusammensetzung und den Ernährungsgewohnheiten kommt auch der Harnsäurespiegel ins Spiel. Purinhaltige Lebensmittel (Fleisch- und Wurstwaren, Innereien) lassen den ph-Wert des Urins ansteigen. Auch Gicht, Krebserkrankungen, Chemotherapie und strenge Fastenkuren lassen den Harnsäurespiegel ansteigen.

Bei Fragen zu Nierenproblemen beraten wir in der Bärenapotheke Sie gerne weiter. Wir geben Ihnen auch gerne Tipps, wie Sie den Harnsäurespiegel mit Hilfe der Ernährung niedrig halten können.

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